Theater

Landesbühne Niedersachsen Nord

Theatersaison 2022/2023

Hairspray
mit Musik von Marc Shaiman
Baltimore 1962: Tracy Turnblad, ein pummeliger Teenager mit Ballon-Frisur, träumt davon, in der „Corny Collins Show“, dem angesagtesten Showformat des Lokalfernsehens, tanzen zu dürfen. Als Tracy dank ihrer Hartnäckigkeit tatsächlich an der Show teilnimmt, wird sie über Nacht zum Star. Sie nutzt ihre neue Berühmtheit zu einer Kampagne gegen die Trennung von schwarzen und weißen Jugendlichen. Und dann geht auch noch die Wahl zur „Miss Teenage Hairspray“ in die letzte Runde …
Do., 08.09.2022, Theater Norden, Osterstr. 50

Der Untertan
von Gernot Plass nach Heinrich Mann
Diederich Heßling, der unter den strengen Augen seines Vaters aufwächst, hat schnell gelernt, sich den wilhelminischen Autoritäten zu fügen, wenn es ihm einen Vorteil bringt. Als er sich während seines Studiums einer schlagenden Verbindung von kaisertreuen Nationalisten anschließt, erfährt er zum ersten Mal Bestätigung. So steigt er, immer um Anerkennung heischend, durch intrigantes und manipulatives Verhalten zum skrupellosen Fabrikbesitzer auf, der nach oben buckelt, nach unten tritt und somit zu einem Rädchen im Getriebe des aufsteigenden Nationalismus wird.
Do., 06.10.2022, Theater Norden, Osterstr. 50

Corpus Delicti
von Juli Zeh
Deutschland im Jahr 2057: Der menschliche Optimierungswille und das Streben nach Gesundheit haben gesiegt. Die Menschen desinfizieren, optimieren und fügen sich, denn solange jede*r Einzelne gesund ist, bleiben alle gesund. Auch Biologin Mia Holl war lange Zeit eine Unterstützerin dieses Systems. Doch als ihr Bruder Moritz durch einen DNA-Test eines Mordes überführt wird und sich daraufhin im Gefängnis umbringt, wird Mia aus der Bahn geworfen. In ihr wachsen Zweifel an Moritz’ Schuld, sie verweigert sich der Überwachung, desinfiziert nicht mehr, isst plötzlich ungesund und fängt an zu rauchen. Für die Justiz ein klarer Fall von Gefährdung des Gemeinwohls. Und so findet sich Mia plötzlich in einem Schauprozess wieder.
Do., 08.12.2022, Theater Norden, Osterstr. 50

X
von Alistair McDowall
Eine Forschungsgruppe in einer Raumstation auf einem mehrere Millionen Kilometer entfernten Planeten verliert jeglichen Kontakt zur Erde und muss sich fragen, ob der Exitus der Menschheit eingetreten ist. Auf sich alleine gestellt, finden sie sich in einer Situation wieder, die sie selbst bald nicht mehr greifen können. Ziellos und ohne Kommunikationssysteme drängt sich die Frage auf, ob das, was sie in der Enge ihrer Raumstation erleben, überhaupt real ist. Denn so wie ihre Erinnerungen an die Erde verblassen, entgleitet ihnen auch die eigene Identität.
Do., 12.01.2023, Theater Norden, Osterstr. 50

Die Gehaltserhöhung
von Georges Perec
Folgende Laborsituation: Ein*e Angestellte*r macht sich immer wieder von Neuem auf, endlich eine Gehaltserhöhung zu fordern. Diese 1976 erschienene absurde Komödie von Georges Perec (1936 – 1982) über erfolglose und hoffnungsreiche Versuche, sich als Angestellte*r Gehör zu verschaffen, zeigt höchst unterhaltsam und kafkaesk, welchen Hürden, Tücken und Methoden Arbeitnehmer*innen und Angestellte – heute wie damals – innerhalb administrativer Strukturen ausgesetzt sind.
Do., 16.02.2023, Theater Norden, Osterstr. 50

Zeugin der Anklage
von Agatha Christie
London, 1952. Sir Wilfrid Robarts übernimmt einen scheinbar aussichtslosen Fall: Der berühmte Anwalt soll den arbeitslosen Leonard Vole verteidigen, der beschuldigt wird, die reiche Witwe Emily French aus Habgier ermordet zu haben. Während des Prozesses gelingt es Wilfrid Robarts, die Glaubwürdigkeit der beiden Hauptzeugen, die Leonard belasten, in Frage zu stellen und das Blatt zu wenden. Als dann aber plötzlich Leonards Ehefrau in den Zeugenstand tritt und gegen ihn aussagt, weiß bald niemand mehr, was Wahrheit, was Lüge ist.
Do., 30.03.2023, Theater Norden, Osterstr. 50

Iphigenie auf Tauris
von Johann Wolfgang von Goethe
Als junges Mädchen dem durch ihren Vater angeordneten Tod als Menschenopfer entkommen, lebt Iphigenie inkognito als Priesterin unter der Herrschaft von König Thoas auf Tauris. Da sie das Heiratsangebot von Thoas mehrfach ausgeschlagen hat, sinnt er auf Rache und versucht, sie durch einen perfiden Plan in die Enge zu treiben: Von nun an soll es wieder Menschenopfer auf Tauris geben und Iphigenie soll diese als Priesterin durchführen oder doch in die Ehe einwilligen – für sie pure Grausamkeit.
Do., 13.04.2023, Theater Norden, Osterstr. 50

Der kaukasische Kreidekreis
von Bertholt Brecht
Bürgerkrieg in Grusinien. Der Gouverneur ist tot, hingerichtet von aufständischen Fürsten. Die Frau des Gouverneurs entkommt. Sie rettet Schmuck und Kleider, vergisst aber im Chaos der Flucht ihren kleinen Sohn Michel, den Erben. Das Kind, dem die neuen Machthaber nach dem Leben trachten, bleibt auf dem Arm der Küchenmagd Grusche zurück. Als der Krieg zu Ende ist, kehrt die Gouverneurswitwe heim. Sie fordert das Erbe – und Michel. Doch Grusche weigert sich. So kommt es zum Prozess vor dem trinkfreudigen und bestechlichen Dorfschreiber Azdak, der in den Kriegswirren zum Richter aufgestiegen ist.
Do., 27.04.2023, Theater Norden, Osterstr. 50

Der Tempelherr
von Ferdinand Schmalz
Heinar und Petra wollen der Stadt den Rücken kehren und auf einem frisch erworbenen Grundstück auf dem Land ein Haus bauen – für sich und das Kind, das sie erwarten. Ein Eigenheim errichten: Heinar gibt sich dieser Aufgabe ganz hin, mit der Zeit immer skeptischer beobachtet von Familie, Freund*innen und der Landbevölkerung. Die Baustelle wächst ins Unermessliche und es entsteht ein gigantischer und geheimnisvoller Tempel, in dessen Fluchten und Säulengängen Heinar irgendwann selbst verloren zu gehen scheint.
Do., 25.05.2023, Theater Norden, Osterstr. 50